Manchmal sind es kleine Auslöser, die ganze Lebenslinien bestimmen. Ich hatte Konrad Lorenz´s Bestseller „Das sogenannte Böse“ gelesen. So wie Lorenz seine Graugänse sah, hatte ich auch im Korallenriff auf Fische geschaut. Ich schlüpfte in ihren Schuppenpanzer und versuchte mir vorzustellen, wie ich im Riff mit dieser Sicht überleben würde. So hielt ich es mit allen Tieren, die ich beobachtete. Lorenz beschäftigte sich damals mit den bun-ten Plakatfarben der Schmetterlingsfische und sah sie als Auslöser innerartlicher Aggres-sion. Ich sah aber im Riff viele – aus menschlicher Sicht – unscheinbar gefärbte Fische, die wie die Teufel kämpften. Noch etwas anderes musste also hinter den Plakatfarben stecken und das sollte Thema meiner Doktorarbeit werden. Lorenz lud mich nach Seewiesen ein; eine Kultstätte der Wissenschaft, jedenfalls damals. Es wurde der Beginn meines wissen-schaftlichen Lebens.